1. Kategorie "Wohnen"

1. Preis l Paul de Ruiter Architects, NL-Amsterdam

Die „Villa aus Glas“ ist ein faszinierendes architektonisches Objekt, das an die Ikonen einer Moderne inmitten einer extremen Landschaft in den Niederlanden erinnert. Prämiert wurden die ausgesprochen reduzierte Architektur, die feine Detaillierung und die Einlösung eines gehobenen Anspruchs. Eine solch autarke, sich energetisch selbst versorgende Villa kann äußerst fortschrittlich sein. Darüberhinaus wurde mit der Baugenehmigung die Verpflichtung übernommen, 70.000 Bäume zu pflanzen, die die umgebende Landschaft wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Was für eine Spannung: Im Moment noch eine freistehende Villa auf einer nahezu dramatisch flachen Ebene, später eine „Villa im Wald“.

 

 

 

2. Preis l Buchner Bründler Architekten AG, CH-Basel

Ein überzeugendes Stadthaus in Basel, umgeben von anderen Stadthäusern aus dem späten 19. Jahrhundert. Die Jury lobt zunächst den Mut der Genehmigungsbehörde und der Planer, die die Vertikalität als städtebauliche Lösung einer extra schmalen Parzelle überhaupt zugelassen haben. Das „vertikale Haus“ fasst die städtebauliche Umgebung verblüffend einfach zu einem Ensemble aus Individuen zusammen. Die vorgeschlagenen minimalistischen Grundrisse und die Reduzierung auf wenige klassische Materialien schaffen eine überzeugende neue Wohnwelt mit großem architektonischem Anspruch und höchster Detailgenauigkeit.

 

 

 

2. Preis l LOW architecten, BE-Antwerp

Die raffinierte Erweiterung eines neo-klassizistischen Gebäudes ist verblüffend. Überzeugend sind die Zusammenführung und die Überlagerung von Bestand und Neubau. Die Gebäudestruktur unterscheidet nicht mehr zwischen alt und neu, sondern schafft ‑ im Ablauf der Raumfolgen ‑ ein überzeugendes, modernes Kontinuum. Das eigenständige Projekt formt selbstbewusst eine städtische Ecke. Erstaunlich ist auch die qualitätvolle Zusammenfassung einer Vielzahl von Nutzungen und Freiflächen auf kleinstem Raum ‑ und dies in einem Gebäude inmitten der Stadt.

 

 

 

3. Preis l Caramel architekten zt gmbh, AT-Wien

Die Jury lobt das raffinierte Konzept des urbanen Stadthauses mit seiner hohen Raumqualität. Besonders beeindruckend sind die schönen räumlichen Gliederungen mit der Küche über den Treppenpodesten und den verdichteten Grundrissfolgen im EG, dem Patio im Innern sowie den großen Freiraumqualitäten, die aus dieser extrem schmalen Parzelle herausgearbeitet wurden. Ungeahnt ein hervorragender Ansatz für verdichteten Wohnungsbau auf sehr schwieriger Parzellenstruktur in der Stadt.

 

 

 

3. Preis l RCR Arquitectes, ES-Olot

Ein vorhandenes altes Stadthaus inmitten einer typischen spanischen Straßenfront in Olot wurde komplett erhalten. Fasziniert ist die Jury von der vollständigen Entkernung des Gebäudes, wodurch große neue Räume entstanden, die eine völlig veränderte Maßstäblichkeit im Innern des Hauses schaffen. Praktische, sparsam gesetzte Einbauten prägen den Innenraum. Die eingefügten Galerien erzeugen ein großzügiges Raumgefühl, die Öffnung zum Patio lässt eine Stadtloftcharakteristik entstehen, die hinter den alten, erhaltenen Fassaden ganz unerwartete weite Räume schafft. Der behutsame Umgang mit Alt und Neu ‑ bis hin zum Dach und der sichtbaren alten Holzkonstruktion ‑ zeigt, dass das Neue niemals Selbstzweck, sondern immer Verstärkung des Vorhandenen, des Bestehenden ist.

 

 

 

Besondere Anerkennung l arc architekturconzept GmbH, DE-Halberstadt

Eine vorhandene Plattenbausiedlung in Magdeburg wurde mit wenigen, aber eindrucksvollen architektonischen Eingriffen saniert. Dabei wurde der Bestandsbau energetisch optimiert, die Struktur im Inneren jedoch unberührt gelassen. Das Prinzip der zweiten vorgesetzten Fassade schafft eine neue architektonische Qualität, mit guten Freiräumen, ohne dass die Entstehungsgeschichte verdrängt werden muss ‑ ein überzeugendes Beispiel auch für andere Sanierungsprojekte.

 

 

 

Besondere Anerkennung l UNStudio, Interior Designer: Terry Munziker (show suite (level 33) & clubhouse), NL-Amsterdam

Mit einer Vielzahl bewohnbarer Freiflächen ‑ die Verfasser nennen es „Living Landscape“ ‑ überzeugt die Konstruktion eines Wohnhauses als neuer Ansatz für einen Hochhausbau in Singapur. Die Möglichkeiten zur Gestaltung eines Hochhauses, die konsequent aus den Grundrissen entwickelt wurde, werden raffiniert ausgeschöpft. Bei einem Blick auf die triste Nachbarschaft des „Ardmore Resicence Buildings“ mit ähnlichen Gebäudenutzungen wird deutlich, dass qualitätsvolle Gestaltung von Hochhäusern durchaus möglich ist.

 

 

 

 

2. Kategorie "Hotel / Gastronomie"

1. Preis l RCR Arquitectes, ES-Olot

Der Begriff „Picknick“ wird in Deutschland nur selten mit Architektur verbunden - anders im spanischen Olot. Der Architektur gelingt es, aus einer so banalen und profanen Volksbeschäftigung wie dem Picknick im Freien einen besonderen Ort zu schaffen, mit einer Hülle, die in ihrer Transparenz und Gelassenheit ihresgleichen sucht. Darüber hinaus bewundert die Jury die gestalterische Überhöhung dieser „Picknickstelle“. Es ensteht ein rätselhaftes, ernsthaftes, würdiges Konstrukt, das das Picknick aus der lastikwegwerfgesellschaft in eine architektonische Kulturwelt hebt, was die Jury nur staunen lässt. Die riesige Dimension der nach unten durchhängenden Dachkonstruktion ist beeindruckend, beinahe sakral. Das Gebäude zeigt, das Picknick nicht banal folkloristisch sein muss, sondern als ein Teil unserer Kulturgeschichte architektonisch überformt werden konnte.

 

 

2. Preis l PROMONTORIO, PT-Lissabon

Inmitten der Weinberge im portugiesischen Montemor-o-Novo befindet sich dieser beeindruckende Hotelbau. Inspiriert von der landschaftlichen Umgebung entstand ein niedriges, komplexes und raffiniertes Hotelgebäude von bemerkenswerter Qualität. Dass Bauen in der Landschaft modern sein kann und dennoch subtil historische Typologien der Innenhofhäuser gekonnt in eine neue Hotelarchitektur umsetzen kann, ist Verdienst dieser Arbeit. Besonders wird die schlichte Eleganz der Anlage gewürdigt, die die Jury aufgrund einer intensiven typologischen Auseinandersetzung mit dem neuen Bautyp „Hotel in der Landschaft“ überzeugt hat.

 

 

3. Preis l BWM Architekten + MICHAEL MANZENREITER ARCHITECTURE, AT-Austria

Ein selbstbewusstes Hoteleckgebäude auf einem unglaublich kleinen, engen Grundstück, schließt selbstbewusst an einen bestehenden Nachbarbau an. Die Bullaugen scheinen aus einer anderen Zeit, vielleicht aus einem Raumschiff, das in der Stadt gelandet ist, zu sein und fassen dennoch wie selbstverständlich die unterschiedlichen Geschosshöhen der Nachbarbauten auf und interpretieren diese neu. Bemängelt wird ‑ bei dem anerkennenswerten Ausdruck für ein neues Hotelgebäude in der Altstadt Wiens ‑ dass keinerlei Grundrisse die innere Qualität des Hauses belegen. So wird die Fassadenlösung prämiert.

 

 

 

Besondere Anerkennung l Dipl.-Ing. Heinrich Böll Architekt BDA DWB, DE-Essen

Ein vorhandener Industriebau wurde gekonnt mit seinen Gebrauchsspuren im Innern erhalten, mit einfachen Mitteln saniert und zum Besucherzentrum aufgerüstet. Die geschickte Überformung der Fabrikhausfassade mit einer neuen Trapezblechhülle ist so verblüffend einfach wie raffiniert. Ein Industriebau wird in ein modernes Kunst- und Architekturobjekt transformiert, ohne seine Vergangenheit zu leugnen. Anerkennung!

 

 

 

 

3. Kategorie "Retail / Messe"

1. Preis l b720 Fermín Vázquez Arquitectos, ES-Barcelona

Einem historischen Markt nach 80 Jahren wieder ein Dach zu geben, ist den Architekten mit ihrem Entwurf für die Überdachung des alten Marktes „Nous encants“ in unvergleichlicher Weise gelungen. Die raffinierte Dachkonstruktion sowie deren Leichtigkeit und Luftigkeit erinnern an Märkte aus dem 19. Jahrhundert. Dennoch ist die Architektursprache zukunftsweisend und faszinierend. Spiegel erzeugen bunte, immer bewegte Vexierbilder des Marktes auf der Unterseite der Dachkonstruktion, die der Warenwelt darunter eine eindrucksvolle, faszinierende Überhöhung geben und eine einzigartige neue Interpretation der klassischen Markthalle schaffen.

 

 

 

2. Preis l ICD + ITKE Universität Stuttgart, DE-Stuttgart

Die Zusammenführung biometrischer Designstrategien und neuer Produktionsmethoden von Leichtbautragwerken ist in diesem Forschungsprojekt beeindruckend gelungen. Darüber hinaus zeigt dieses interdisziplinäre Projekt deutlich, dass Architektur auch Forschung ist. Dass dabei im Prozess fast beiläufig neue Architekturformen aus innovativen Materialtechnologien entstehen können, ist erstaunliche Qualität der Arbeit.

 

 

 

2. Preis l SCHMIDHUBER, Interior Designer: KMS BLACKSPACE (Kommunikations- u. Bespielungskonzept), DE-München

Das Konzept der „hängenden Stadt“ als Messepräsentation für eine Automarke überzeugt. Die Jury prämiert weniger die Architektur des weißen Kubusgebäudes als Messepavillon, sondern vielmehr die Interpretation und Umsetzung von Großstadt und Bewegung im Innern des Gebäudes. Architektur wird hier auch in Szene gesetzt, ist Bühnenbild und Theater. Diese Inszenierung der Großstadt, die an Stadtinterpretationen aus den 1920er-Jahren anzuknüpfen scheint, ist zumindest in den widergespiegelten Boulevards unglaublich imposant. Die Autos im „Wohnzimmer“ der Stadt sind entweder ironisch oder spiegeln Sehnsüchte einer breiten Bevölkerungsschicht gekonnt wieder, die mit ihrem Auto zuhause gerne einen Tee trinken möchten.

 

 

 

3. Preis l raumkontor Innenarchitektur, DE-Düsseldorf

Wie langweilig ‑ die Tapete! Ein aus der Mode gekommenes Dekorationselement wurde zu neuen architektonischen Höhenflügen animiert: Den Architekten ist ein Messestand gelungen, der seine Thematik „Tapete“ geradezu genial über alle Bereiche unserer räumlichen Wirklichkeit zieht. Auf einmal ist alles „Tapete“, auch der Tisch, die Stühle, die Möbel. Selten war diese Wandverkleidung so interessant und architektonisch gekonnt umgesetzt.

 

 

 

 

4. Kategorie "Büro / Verwaltung"

1. Preis l Roldán + Berengué, arqts., ES-Barcelona

Eine Eckbebauung, die einen großen städtischen Raum einnimmt und gleichermaßen geschickt abschließt. Neben der städtebaulich überzeugenden Ausformung von Platzfassade und Straßenecke bildet der Institutsneubau in der Verknüpfung der vertikalen öffentlichen Raumfolgen und Durchdringungen eine neue Typologie, die über den traditionellen Verwaltungsbau hinausgeht. Die räumlichen Schichtungen werden mit internen, sozialen sowie kommunikativen Abläufen verblüffend überlagert und zu einem neuen, urbanen Gebäudesystem zusammen geführt.

 

 

 

2. Preis l wittfoht architekten, DE-Stuttgart

Ein gläsernes Haus schwebt leicht und luftig über einem teilweise im Erdboden eingelassenen Sockel über dem Genfer See. Der klassische, gläserne Verwaltungsbau wird durchdacht in Detail und Konzeption in ein Energiespargebäude transformiert, das alle Fanatiker von Wärmedämmung und Putz Lügen straft. Die Eleganz der transparenten Erscheinung des Verwaltungsgebäudes überzeugt die Jury ebenso wie die Qualitäten der Kommunikations- und Arbeitszonen im Innern.

 

 

 

3. Preis l FORMAT ELF ARCHITEKTEN, DE-Töging am Inn

Prämiert wird ein hervorragender Beitrag im Verwaltungsbau, der mit qualitätvoller Architektur alte Industrieanlagen versucht umzuwandeln und mit neuen Nutzungen wiederzubeleben. Die minimalistische, perforierte Aluminiumfassade, die an die Produktion des brachliegenden Standorts anknüpft, ist beeindruckend und raffiniert einfach gestaltet. Auch anerkannt werden der angenehme Maßstab sowie das Spiel zwischen Perforation und großräumigen Öffnungen in der Fassade.

 

 

 

Besondere Anerkennung l Auer Weber Assoziierte GmbH, DE-München

Anerkannt wird die anmutig geschwungene, dreigeschossige Verwaltungslandschaft, die sich mit ihren organischen, kreisförmigen Baukörpern und ihren Innenhöfen angenehm in die Landschaft und die benachbarte Bebauung einfügt. Die elegante, feindetaillierte Bürofassade wird genauso wie der Aufbau im Innern sowie die hohe Qualität der Detailpflege im Ausbau gewürdigt.

 

 

 

Besondere Anerkennung l MAGÉN ARQUITECTOS, ES-Zaragoza

Zunächst überzeugt die zentrale Verwaltung für die regionale Marmorindustrie im spanischen Hijar/Ternel durch die Anwendung von Marmor als Fassaden- und Ausbauelement. Die Transluzenz der Marmorfassaden schafft ein eindrucksvolles Bild der Verwendungsmöglichkeiten dieses edlen Materials in der zeitgenössischen Architektur. Im Grundriss- und Architekturkonzept besticht die ausgefallene Baukörperschichtung. Neben den umgebenden, banalen Industrie- und Nachbarschaftsbauten wirkt dieser „Edelstein aus Marmor“ im städtischen Zusammenhang hingegen fremd ‑ aber so ist das mit guter Architektur. Anerkennung!

 

 

 

Besondere Anerkennung l 3XN, Interior Designer:

Ein gigantisches Projekt besetzt zeichenhaft die Spitze einer bislang noch unbebauten Hafenlandschaft in Kopenhagen. Im Zentrum der sternförmigen Anlage überzeugt die große, zentrale Halle mit der Treppenskulptur, die frei in den Raum eingestellt ist und den Innenraum eindrucksvoll gliedert. Ausbau- und Fassadendetails sind sehr fein ausgearbeitet und entsprechen der Qualitätsanforderung an eine "UN-City" in Kopenhagen.

 

 

 

 

5. Kategorie "Gesundheit / Pflege"

1. Preis l MGM Morales de Giles Arquitectos S.L.P., ES-Sevilla

Dass Krankenhäuser nicht immer wie Krankenhäuser aussehen müssen, beweist diese eindrucksvolle Arbeit sehr überzeugend. Es ist das einfache Prinzip des Filters aus gelochten Metallblechen, das den müden Rasterbauten der Gesundheitsbranche im städtischen Zusammenhang eine völlig neue Ausdruckskraft geben kann. Die äußere Gestaltungsqualität setzt sich mit den Raumdurchdringungen im Innern fort. Ein gelungenes, fein detailliertes und ‑ in seiner minimalistischen Materialeinfachheit ‑ sehr überzeugendes, architektonisches Projekt.

 

 

 

Besondere Anerkennung l Atelier Kempe Thill, NL-Rotterdam

Anerkannt wird der Ansatz, für gesellschaftliche Randgruppen Architektur zu entwickeln, die dem Scheitern und Abhängig sein im Drogenkonsum über die bauliche Ausformung des Wohnprojektes eine Würde zurückgeben. Ein „offenes Gebäude“ zu entwerfen, das gleichzeitig für die Betreuergruppe der Heroinabhängigen sicherer und abgeschlossener als ein Gefängnis sein muss und dennoch im Innern über eine geradezu entspannte, lichte Offenheit verfügt, ist beeindruckend. Dass der Bautyp „Junky Hotel“ ein Bautyp der Zukunft sein könnte, macht die Arbeit noch wichtiger. Der Verzicht auf Außenwirkung zum Schutz der Bewohner und die Erfindung von „Normalität“ im Stadtbild ist eine weitere wichtige, architektonische Entwurfsstrategie im Projekt, die anerkannt wird.

 

 

 

BEsondere Anerkennung l GRAFT - Gesellschaft von Architekten mbH, DE-Berlin

Todesangst, Stress, Desorientierung ‑ wer Intensivstationen kennt, ahnt welche Innovation in dieser exemplarischen Intensivstation steckt. Besonders beeindruckend ist die Auseinandersetzung mit Details, Material, Form und Farbe, die über das architektonische Design ‑ in einem vorhandenen Gebäude ‑ ein Stück „Beruhigungsraumwelt“ zu schaffen vermag. Die Arbeit könnte damit auch Anstoß für die Umrüstung vieler existierender Intensivstationen sein, die eine solche Wirkung der Architektur und ihre Bedeutung für den Patienten noch nicht erkannt haben.

 

 

 

 

6. Kategorie "Sport / Freizeit"

1. Preis l Urban Agency + JDS, DK-Valby

Die schöpferische Entwicklung einer neuen Ufer- und Wanderlandschaft zu einer architektonisch geschickt überformten Freizeit- und Sportwelt überzeugt völlig. Durch die lockere Ausformung der geschwungenen, teilweise mit Holz verkleideten Freizeitterrassendecks schaffen eine einzigartige Erlebniswelt über dem Wasser. Sie formen den Fußgängerbereich am Ufer vor den angrenzenden Bauten auf beeindruckende Weise zu einer vitalen, fein geformten und detailreichen Landschaft.

 

 

 

2. Preis l RCR Arquitectes, ES-Olot

Ein Sportgebäude am Rande einer Wettkampfarena, das in seiner antizyklischen Architekturausformung das Gegenteil von leichter, technisch-konstruktiv dominierter Freizeit –und Sportarchitektur bildet. Die geheimnisvolle Architektur wurde in Hinblick auf Material und Licht gekonnt umgesetzt. Sie schafft einen Ort der Ruhe und Gelassenheit und verfügt dennoch über materielle Kraft und eine symbolische Aura, die die Jury in vielen zeitgenössischen Sport- und Freizeitprojekten vermisste.

 

 

 

Besondere Anerkennung l BRISAC GONZALEZ ARCHITECTS, UK-London

Das urbane „Sports Centre“ überzeugt die Jury mit seiner klaren, strukturierten städtebaulichen Konfiguration im Kontext. Anerkannt werden die raffinierte Fassadenstruktur sowie die Ausformung des eleganten, leicht geschwungen Dachtragwerks der Hallen. Die materielle Umsetzung mit holzverkleideten Trägern schafft eine angenehme, stimulierende Raumstimmung, die von der Tageslichtführung zusätzlich unterstützt wird.

 

 

 

Besondere Anerkennung l KINO architects, Tokyo, Japan

Gewürdigt werden eine überzeugende Auseinandersetzung mit innovativen Dachformen und ihre konstruktive Zusammenführung zu einem behaglichen, ruhigen Zentrum für Karate-Dojo-Sportler. Der angenehme Maßstab und die bescheidene Höhenentwicklung orientieren sich optisch an der Nachbarschaft, die gekonnte, konstruktive Detaillierung im Innenraum schafft eine schöne Raumatmosphäre für ein Sportgebäude.

 

 

 

 

7. Kategorie "Öffentliche Bauten / Bildung"

1. Preis l Nieto Sobejano Arquitectos S.L.P., ES-Madrid

Der faszinierende Museumsbau fällt zunächst durch seine städtebaulich einfache Disposition längs des Flusses auf. Die komplexe Strukturierung des Museums im Innern mit den vielen raffinierten Eingangs- und Innenhöfe machen schwindlig vor Licht, gleißender Helligkeit und schöner Eleganz. Innen ist der Bau in seiner eindrucksvollen, räumlich erfahrbaren Dachstruktur ein Erlebnis. Die Beschränkung auf zwei perfekt bearbeitete Materialien überzeugt genauso wie der räumliche Aufbau und die geschickte Tageslichtführung.

 

 

 

2. Preis l Delugan Meissl Associated Architects DMAA, AT-Wien

Ein Festspielhaus wie von einem anderen Stern inmitten einer beschaulichen Landschaft in Österreich, jedoch ohne dabei fremd zu wirken. Je mehr sich die Jury mit dem expressiven Projekt beschäftigt hat, desto mehr wurde die Stimmigkeit zwischen äußerer und innerer Expressivität erkennbar. Ein großes Werk, dessen Grundrisse zeigen, dass es nicht nur von purer Expressivität geprägt ist, sondern auch von großer Klarheit in den funktionalen Bereichen und überzeugender Komposition in den Publikumszonen. In der Materialität überzeugen der Unterschied zwischen Holz im Festsaal und dem weiß verputzten, monolithischen Foyer.

 

 

 

2. Preis l schneider + schumacher Planungsgesellschaft mbH, DE-Frankfurt am Main

Die Autobahnkirche überzeugt mit ihrer feinen, weiß kristallinen und skulpturalen Form genauso wie mit der Holzgewölbekonstruktion im Innern. Die Jury würdigt den mutigen Ansatz, innere Form und äußere Hülle konträr gegeneinander zu setzen. Es wird ein überzeugender neuer Ausdruck für einen sakralen Raum geschaffen, der in seiner materialen Einfachheit eine Spannung zur Komplexität der Konstruktion bildet. Der Werbeturm von Burger King daneben ist der zeitgenössische Ausdruck für den Glockenturm ‑ ohne Glocken, vertikal, ein Werbeträger.

 

 

 

3. Preis l behet bondzio lin architekten, DE-Münster

Die Konzeption und der räumliche Aufbau des Museums in einem Hochhausgebäude werden gewürdigt. Das Konzept ist innen wie außen räumlich beeindruckend. Der interessante, mit vielfältigen Raumeindrücken konzipierte Museumsbau überzeugt in seiner innerräumlichen Qualität genauso wie in seiner städtebaulichen Wirkung nach außen.

 

 

 

3. Preis l Dorte Mandrup Arkitekter, DK-Kopenhagen

Die unkonventionelle Eckbebauung besticht mit  ihrer schöpferischen Ideenkraft. Zwei völlig unterschiedliche Straßenbebauungen werden über die Straßenecke zu einem raffiniert gestalteten Kindergarten verbunden. So wird eine unkonventionelle, lebendige „Children’s Culture House“-Atmosphäre geschaffen ‑ unverwechselbar im Stadtbild, selbstbewusst im räumlichen Aufbau im Innern und mit spannenden Raumfolgen. Die geschickte Belichtung von oben bringt Tageslicht in die Tiefe der Räume. Dieses Haus ist sicher eine unvergessliche Erfahrung und Prägung für alle Kinder, die hier in den Kindergarten gehen.

 

 

 

Besondere Anerkennung l 5+1AA Alfonso Femia Gianlucca Peluffo with

Peripherie kommt ans Zentrum der Stadt, die Peripherie verwandelt sich ‑ unter diesem Thema wird die Arbeit in Mailand gewürdigt. Der eigenständige Ausdruck eines urbanen Turms in der Stadt, mit angrenzenden Sälen in sehr eigenständigen Formen und unabhängiger Architektur, schaffen ein sehr prägnantes Ensemble am Rande der Stadt. Die Jury würdigt dabei die erfolgreiche Suche nach dem Ausdruck für eine neue, farbigere Stadt, die den Nebel Mailands überstehen hilft.

 

 

 

Besondere Anerkennung l ENOTA, SI-Ljubljana

Eine alte Kloster- und Kirchenanlage wurde restauriert, wiederaufgebaut und zum Teil erweitert. Anerkannt wird der gekonnte, zurückhaltende Umgang mit historischen Spuren und deren Verwebung mit zeitgenössischer Architektur. Besonders gewürdigt wird die Ausbildung der neuen Veranstaltungsarena in der ehemaligen Kirche mit den darunter freigelegten Funden aus früheren Epochen der Baugeschichte. Ein überzeugendes Beispiel der behutsamen Sanierung istorischer Bestandsgebäude und der architektonischen Neuerung im Zusammenhang mit verschiedenen Erweiterungsbausteinen.

 

 

 

Besondere Anerkennung l FELIX CLAUS DICK VAN WAGENINGEN ARCHITECTEN, NL-Amsterdam

Gewürdigt wird das enorme städtebauliche Grundkonzept eines hochverdichteten, städtischen Gebäudes an der Spitze einer Landzunge am Wasser in Amsterdam. Über dem Wasser wird eine kraftvolle Skulptur, die eine Vielzahl von Nutzungen verbindet, ausgeformt. Ein öffentliches Gebäude in Amsterdam, bei dem Öffentlichkeit allerdings nicht auf die Verwendung des gängigen Backsteins zurückzuführen ist. Vielmehr suchen die Architekten nach einem neuen Bild für Öffentlichkeit, was in der Mischung der Nutzungen und im skulpturalen Aufbau des Justizpalasts auch überzeugend gelungen ist.

 

 

 

Besondere Anerkennung l NL architects, NL-Amsterdam

Eine Haltestelle wird Erlebnis und komfortabler Architekturraum. Allein die Aufwertung des Wartens auf Busse und Bahnen im Leben des Stadtbürgers verdient Anerkennung. Wie dies hier gelöst wurde, ist architektonisch sehr beeindruckend. Das geduldige Ausharren wird inszeniert im „Monument des befreiten Wartens“, das aus Containern zusammengesetzt ist ‑ mehrgeschossig mit Turm ‑ und einen absolut würdigen architektonischen Rahmen bildet.

 

 

 

Besondere Anerkennung l nps tschoban voss Berlin + SPEECH Tchoban & Kuznetsov, DE-Berlin

Ein Architekt sammelt Architekturzeichnungen und baut dafür ein eigenes Museum ‑ allein diese Haltung ist anerkennungswürdig. Dass das Museum in Berlin in seiner Eigenständigkeit und Prägnanz innen wie außen eine so große Qualität entwickeln konnte, ist Verdienst des planenden Architekten, was anerkannt wird.

 

 

 

Besondere Anerkennung l Schürmann Spannel AG, SSP, DE-Bochum

Die Zerstörung der Architektur der 1950er- und 1960er-Jahre geschieht weitgehend unbeobachtet vor den Augen der Öffentlichkeit. Das Projekt des LOEWE-Forschungszentrums öffnet uns die Augen, welche Qualität diese Epoche architektonisch hervorgebracht hat. Ferdinand Kramer steht mit einigen Bauten in Frankfurt am Main an vorderster Stelle. Diese Baudenkmäler dürfen nicht zerstört, nicht abgerissen werden, sie sind Zeugen einer Nachkriegsvergangenheit, die erhaltenswert ist. Das LOEWE-Forschungszentrum zeigt, dass 60 Jahre alte Architektur ohne weiteres erhaltend saniert, behutsam verändert und an neue Nutzungsbedingungen angepasst werden kann. Das Sanierungsprojekt zeigt auch, welche Qualität in den sanierten Denkmälern verborgen ist. Das Projekt nimmt die Jury zum Anlass, gegen die leichtfertige Zerstörung der 1950er- und 1960er-Jahre-Bauten ihr Votum zu erheben und für die erhaltende, behutsame Sanierung der Bauwerke aus der Nachkriegszeit ‑ wie am LOEWE-Zentrum gezeigt ‑ zu plädieren.

 

 

 

Besondere Anerkennung l PROMONTORIO, PT-Lissabon

Der Kindergarten im portugiesischen Cascais scheint wie eine heile Welt der Architektur - gerade vor dem Hintergrund allgemeiner Finanzkrisen und wirtschaftlicher Verwerfungen in vielen europäischen Ländern. Eine schöne kleine „Stadt für Kinder“ wird im Entwurf gekonnt umgesetzt. Die verwendeten Materialien und die feinen Details zeugen in Fassade und Innenausbau von großem Können. Ein Kindergarten, der in seinem Maßstab auf 11
seine kleinen Nutzer eingeht. Dennoch ist es eine würdige, nicht „verhübschte“ Architektur. Dies zeigt, dass Kindergärten nicht unbedingt immer bunt und rosagefärbt sein müssen. Sie können - dies zeigt das Projekt durchaus ernsthaft - räumlich komplex und architektonisch ambitioniert unter dem Licht der portugiesischen Sonne weiß von innen nach außen strahlen. Anerkennung!

 

 

 

Besondere Anerkennung l walter huber architekten, DE-Stuttgart

Das Kinderhaus ist als Passivhaus anspruchsvoll geplant. Gewürdigt wird, dass die energetische Zielsetzung architektonische Qualitäten dennoch erlaubt. Die angenehme Baukörperstruktur schafft schöne Innen- und Außenräume, die Materialumsetzung in Holzverkleidung ist detailliert ausgearbeitet. Es entsteht eine angenehme Atmosphäre in einer unangestrengten Kindergartenarchitektur, die nicht den ökologischen Zeigefinger hebt und dennoch mit hohem ökologischem Anspruch überzeugt.

 

 

 

 

8. Kategorie "Industrie / Gewerbe"

1. Preis l FELIX CLAUS DICK VAN WAGENINGEN ARCHITECTEN, NL-Amsterdam

Eine bestehende Wasseraufbereitungsanlage wird erweitert. Ein unglaublich faszinierendes Architekturprojekt erhält die bestehenden technischen Industriebauten und komplettiert sie in gleicher architektonischer Sprache. Es
entsteht eine faszinierende, skulpturale Welt einer nahezu archaisch, mystisch überhöhten Industrielandschaft, ein architektonisches Kunstwerk von großer materialer Kraft, eingefügt in den neu geschaffenen Zusammenhang einer Umgebung, die die Industrieanlage mit den angrenzenden Wohngebieten zu einer Einheit verschmelzen lässt.